Fried, Andrea; Füszl, Astrid (2019): Kompakte Gesundheitsinformationen für die Laienversorgung zur Förderung der Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten. Gesundheit Österreich, Wien.

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Abstract

HINTERGRUND: Vor dem Hintergrund aktueller Bestrebungen, die Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten zu fördern, spielen wissenschaftlich fundierte, laiengerechte Gesundheitsinformationen eine wichtige Rolle. Der Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger beauftragte die GÖG, die systematische Vorgehensweise zur Recherche der besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz und der laiengerechten und qualitätsgesicherten Aufbereitung anhand von fünf ausgewählten Erkrankungen bzw. Symptomen zu pilotieren. *** METHODE: Die Auswahl der fünf Erkrankungen erfolgte in einem mehrstufigen Priorisierungsverfahren gemeinsam mit dem Auftraggeber. Die Methode zur Erstellung dieser Gesundheitsinformationen zur Laienversorgung orientiert sich an der „Guten Praxis Gesundheitsinformation Österreich“. Die Informationsbasis bildeten jeweils die „EbM-Guidelines – Evidenzbasierte Medizin für Klinik und Praxis“. Die Suche nach Informationen zur Laienversorgung erfolgte ausschließlich selektiv in Datenbanken, welche bereits qualitätsgesicherte Inhalte zur Verfügung stellen (z.B. wissenwaswirkt.org, medizin-transparent.at, gesundheitsinformation.de). Die sprachliche Gestaltung der Texte orientiert sich an den Kriterien des Factsheets „Gute Gesundheitsinformation“ der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz und wurde von einer Lektorin auf Verständlichkeit und Korrektheit geprüft. Ein externer medizinischer Review erfolgte durch die Österreichische Gesellschaft für Allgemeinmedizin. *** ERGEBNISSE: Es wurden kompakte Informationen (max. 500 Wörter) zu folgenden Erkrankungen bzw. Symptomen bei Erwachsenen erarbeitet: akute unspezifische Kreuzschmerzen, Erkältungshusten, Erkältung, Übelkeit und Erbrechen sowie akuter Durchfall. Neben einer kurzen Einleitung beinhalten alle 5 Themen Angaben zu „Was kann ich selbst tun?“ und „Wann sollte ich jedenfalls eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?“. Bei infektiösen Erkrankungen finden sich darüber hinaus auch Informationen zu präventiven Maßnahmen („Wie kann ich Menschen in meiner Umgebung schützen und Ansteckungen verhindern?“). Jede Aussage wurde mit entsprechender Evidenz belegt. *** SCHLUSSFOLGERUNGEN: Bei der Erstellung kompakter evidenzbasierter Gesundheitsinformationen für die Laienversorgung stellen sich einige Herausforderungen, u.a. die Identifikation geeigneter Themen, der Mangel an qualitätsgesicherten Patientenleitlinien im deutschsprachigen Raum, oder die häufig fehlende hochwertige Evidenz zu Maßnahmen, die sich zur Selbstbehandlung eignen. Das Übernehmen von Patienteninformationen aus anderen Gesundheitssystemen (z. B. NHS, US-amerikanische Guidelines) war aufgrund stark divergierender Zugänge zum Thema Laienversorgung, die nicht zuletzt auch durch unterschiedliche Rechts- und Versorgungssysteme bedingt sind, nur sehr eingeschränkt möglich. „Gute Praxis Gesundheitsinformation“ hat sich als geeignete Grundlage für die Erstellung der Texte erwiesen. Die entwickelte Vorgehensweise soll nun auf weitere Themenbereiche ausgeweitet werden.

Item Type: Monograph (Project Report)
Uncontrolled Keywords: Unkomplizierte Erkrankungen, Gesundheitsinformation, Selbstmanagement, Gesundheitskompetenz, Evidenz
Subjects: BIQG > Qualitätsmanagement und Patientensicherheit
Date Deposited: 26 Nov 2019 13:48
Last Modified: 03 Dec 2019 09:55
URI: https://jasmin.goeg.at/id/eprint/1065