Wachabauer, David (2020): Aktualisierung der diagnostischen Referenzwerte für Österreich – Empfehlungen für den Bereich Nuklearmedizin. Gesundheit Österreich, Wien.

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Abstract

Diagnostische Referenzwerte (DRW) in der Nuklearmedizin (NUK) sind als an erwachsene Personen mit Standardmaßen (75 kg) zu verabreichende Aktivitäten festgelegt. Die Werte für die Aktivität sind grundsätzlich als Optimalwerte zu betrachten. Das bedeutet, dass bei Verabreichung der jeweiligen Aktivitäten ein aus Sicht des Strahlenschutzes optimales Verhältnis zwischen erforderlicher Bildqualität und bewirkter Strahlendosis besteht. Wesentliche Abweichung von den DRW sind daher nur in begründeten Fällen zulässig. Konsequent angewandt, tragen DRW in der NUK zu einer Optimierung des Strahlenschutzes für Patientinnen/Patienten bei. Allerdings ist dafür eine regelmäßige Evaluierung und Aktualisierung der Werte notwendig, um die oft raschen Entwicklungen in der Gerätetechnologie und Veränderungen im Anwendungsspektrum abbilden zu können (European Commission 2014; ICRP 2017). Die derzeit in der österreichischen Medizinischen Strahlenschutzverordnung (MedStrSchV) für NUK festgelegten DRW wurden zuletzt 2010 auf Basis einer Studie von Stemberger/Staudenherz (2008) überarbeitet. In den letzten Jahren haben sich technologisch sowie indikationsspezifisch im Bereich NUK einige Neuerungen ergeben. Aus diesem Grund wurde die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) mit einem Projekt beauftragt, die derzeit geltenden DRW für Erwachsene im Bereich NUK auf Basis aktueller Daten zu evaluieren und erforderlichenfalls Empfehlungen für neue DRW zu erarbeiten. Die bei nuklearmedizinischen Untersuchungen verabreichten Aktivitäten wurden mit einer Onlinebefragung erhoben. Zur Teilnahme wurden alle österreichischen Krankenanstalten mit NUK-Großgeräten eingeladen. Die Datenerhebung erfolgte mit einem personalisierten Onlineerhebungsbogen. Die Empfehlungen für adäquate österreichische DRW für NUK wurden auf Basis der erhobenen Daten von einer Expertengruppe erarbeitet. Insgesamt wurde eine Rücklaufquote von 100 Prozent (bezogen auf Untersuchungsdaten) erreicht. Im Bereich planare Aufnahmen und SPECT wurden DRW für elf Untersuchungstypen empfohlen, im Bereich PET für sieben. Vor allem im Bereich PET wurden einige neue Untersuchungstypen in die Liste der DRW aufgenommen, die derzeit schon häufig sind bzw. auch zukünftig relevant sein werden. Für einige Untersuchungstypen, wie beispielsweise jener im Bereich der Leber (Tc-99m-markierte Tracer) oder des Magens (Tc-99m markierter Brei), wurde hingegen auf die weitere Festlegung von DRW verzichtet. Insgesamt käme es durch die Annahme dieser Empfehlungen zu einer stärkeren Annäherung der DRW für NUK im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).*******Diagnostic reference levels (DRLs) for Nuclear Medicine (NUC) are defined as activities to be administered to adult persons with standard measurements (75 kg). This means that when the respective activities are administered, there is an optimum relationship between the required image quality and the radiation dose. Substantial deviations from the DRW are therefore only permitted in justified cases. Used consistently, they contribute to a significant reduction in the radiation doses to patients (European Commission 2014; ICRP 2017). However, regular evaluation and updating of DRLs is necessary in order to reflect the developments in device technology and in the medical fields. The DRLs currently defined in the Austrian Medical Radiation Protection Ordinance were last revised in 2010 on the basis of a study by Stemberger/Staudenherz (2008). In recent years, several technological and indication-specific innovations have been made in the field of NUC. For this reason, the Austrian National Public Health Institute (GÖG) was commissioned by the Federal Ministry of Social Affairs, Health, Care and Consumer Protection to carry out a project evaluating the Austrian DRLs for NUC for adults and, if necessary, to recommend new DRLs. Activity values were collected in an online survey. All relevant Austrian hospitals were invited to participate in the survey. The data collection was carried out using a personalised online questionnaire. The recommendations for adequate Austrian DRLs for NUC were developed with an expert group on the basis of the data provided. Overall, a response rate of 100 percent was achieved. For planar imaging and SPECT, DRLs were recommended for eleven examination types, and for PET for seven. Overall, the adoption of these recommendations would lead to a greater convergence of DRLs for NUC in the German-speaking region (Germany, Austria, Switzerland).

Item Type: Monograph (Project Report)
Subjects: OEBIG > Planung und Systementwicklung
Date Deposited: 27 Jul 2020 07:08
Last Modified: 27 Jul 2020 07:08
URI: https://jasmin.goeg.at/id/eprint/1493