Hofer-Fischanger, Kathrin; Lang, Gert (2021): Gesundheitsförderliche Telearbeit – Erfahrungen österreichischer Betriebe vor, während und nach dem 1. COVID19-Lockdown. Die Post-Corona-Gesellschaft? Pandemie, Krise und ihre Folgen. Gemeinsamer Soziologiekongress Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) und Österreichische Gesellschaft für Soziologie (ÖGS), 23. August 2021, Wirtschaftsuniversität Wien.

Full text not available from this repository.
Official URL (please open in a new browser tab/window): https://www.conftool.pro/soziologie-kongress-2021/...

Abstract

Durch die COVID19-Pandemie stellten viele Betriebe auf Telearbeit um. Die Arbeitsbedingungen zu Hause entsprechen nicht immer allgemeinen Grundprinzipien (vgl. Luxemburger Deklaration, 2007) und speziellen Qualitätskriterien (vgl. ÖNBGF) ganzheitlicher Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF). Aus diesem Umstand heraus stellen sich die Fragen, wie Betriebe auf die plötzlich geänderten Rahmenbedingungen reagiert haben, welche Erfahrungen sie mit Telearbeit gemacht haben und wie sie in der Umsetzung von gesundheitsförderlicher Telearbeit unterstützt werden können. Im Juli 2020 wurde ein moderiertes Web-Meeting mit 11 ExpertInnen (BeraterInnen aus der BGF, Personen aus dem BGF-Netzwerk sowie Forschende zur Arbeit 4.0) durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen des Web-Meetings wurde ein standardisierter Online-Fragebogen entwickelt und an N=1.858 österreichische Betriebe unterschiedlicher Regionen, Branchen und Betriebsgrößen versandt. In der Auswertung der Studie wurden n=192 ausgefüllte Fragebögen berücksichtigt. Es zeigt sich, dass die Rahmenbedingungen für gesundheitsförderliche Telearbeit (z.B. technisch, sozial, kommunikationsbezogen) in österreichischen Betrieben stark von den Telearbeit-Erfahrungen der Betriebe vor dem 1. Lockdown im Frühjahr 2020 abhängen. Betriebe mit weniger Vorerfahrungen hatten größere Herausforderungen bei der Umstellung bzw. Intensivierung. Erste Maßnahmen waren die Sicherung und Verbesserung der technischen Hilfen. Erst danach wurden Informations- und Kommunikationsprozesse angepasst oder ergonomische Aspekte am Telearbeitsplatz besprochen. Insgesamt verbinden die befragten Personen / Betriebe „Telearbeit“ oder „Home-Office“ überwiegend mit technischen oder rechtlichen Aspekten (digitale, technische Infrastruktur, Rechte und Pflichten bei Telearbeit, Zeitregelungen). Weniger wird Telearbeit im Sinne eines ganzheitlich gesundheitsförderlichen Zuganges mit Fokus auf Umgebungsbedingungen am Telearbeitsplatz (ergonomische, soziale Einflussfaktoren, physische Bedingungen wie Licht und Raumtemperatur etc.) oder mit Fokus auf persönliche Kompetenzen und Fähigkeiten (Zeit- und Selbstmanagement bei Arbeitsaufgaben, Konzentrationsfähigkeit) verstanden. Unterstützung für Betriebe können Schulungen und Fortbildungen zur Bewusstseinsbildung und zur Entwicklung einer entsprechenden Kultur für gesundheitsförderliche Telearbeit bringen.

Item Type: Conference or Workshop Item (Lecture)
Uncontrolled Keywords: Betriebliche Gesundheitsförderung; COVID-19; Telearbeit; Homeoffice
Subjects: FGOE > Fonds Gesundes Oesterreich
Date Deposited: 17 Sep 2021 12:43
Last Modified: 17 Sep 2021 12:43
URI: https://jasmin.goeg.at/id/eprint/1854