Hofer-Fischanger, Kathrin; Jurkowitsch, Katrin; Lang, Gert; Rossmann-Freisling, Ina (2022): Gesundheitsförderliches Home-Office. Ein Leitfaden für Betriebe und Beschäftigte. (Hg.) Fonds Gesundes Österreich, Gesundheit Österreich GmbH, Wien.

[img] Text
fgoe_broschuere_gf_homeoffice_bfrei.pdf

Download (2MB)
Official URL (please open in a new browser tab/window): https://fgoe.org/home_office_publikationen

Abstract

Die COVID-19-Pandemie löste im Frühjahr 2020 einen beschleunigten Umbruch in der Arbeitswelt aus, der für viele Unternehmen ein rasantes Umdenken in Richtung „Arbeiten von zuhause aus“ bedeutete. Stellte das Home-Office vor COVID-19 häufig eine Ausnahme dar, so wurde es nun in vielen Unternehmen von einem Tag zum anderen zur neuen Normalität des Arbeitsalltages. Um die Ausbreitung des Corona-Virus Anfang 2020 einzudämmen, die Beschäftigung der Arbeitnehmer:innen aufrechtzuerhalten und die negativen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu begrenzen, mussten viele Betriebe oder einzelne Betriebsbereiche auf Home-Office umsteigen, wo immer dies möglich war. Manche waren darauf schon besser vorbereitet, viele betraten mit der Umstellung jedoch komplettes Neuland. Schon während der ersten Welle, im Zuge des ersten pandemiebedingten Lockdown, hat der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) österreichische Betriebe bei dieser teilweise radikalen Umstellung von Arbeitsorganisation und -weise mit den dringlichsten Informationen und Hilfestellungen unterstützt. Sehr schnell wurde jedoch klar, dass es mehr braucht, und so ist die Idee zum vorliegenden Leitfaden während des ersten COVID-19-Pandemiejahres, also schon 2020, gereift. Gemäß seinem im Gesundheitsförderungsgesetz (GfG 1998) festgelegten Auftrag entwickelt und fördert der FGÖ Gesundheitsförderung und ganzheitliche Primärprävention in Österreich. Dabei definiert der FGÖ seine Rolle als Förderstelle, Kompetenzzentrum und Drehscheibe in der Gesundheitsförderung. Der Themenbereich „Gesundheit und Arbeit“ stellt einen Schwerpunkt des FGÖ dar und diesbezügliche Aktivitäten werden im Rahmen der Programmlinie „Betriebliche Gesundheitsförderung – Gesundheitliche Chancengerechtigkeit am Arbeitsplatz“ umgesetzt. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, Beschäftigte und Unternehmen auf die neuen Herausforderungen in der Arbeitswelt vorzubereiten, diese zu begleiten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Das trifft insbesondere auf Phasen des tiefgreifenden Wandels (z. B. Digitalisierung, Flexibilisierung und zuletzt COVID-19) in der Arbeitswelt zu, in denen sich zentrale Rahmenbedingungen für Gesundheit und Arbeit stetig verändern. Studien berichten über positive, aber auch negative Auswirkungen der Arbeit im Home-Office auf die körperliche, mentale und soziale Gesundheit. Die Bedingungen für das Arbeiten im Home-Office sind der Gesundheit nicht ausschließlich zuträglich, bedürfen sie doch ebenfalls eines genauen Blicks auf wichtige gesundheitsbeeinflussende Faktoren wie beispielsweise die Arbeitsraumgestaltung, die Arbeitsorganisation oder die individuellen und sozialen Kompetenzen der einzelnen Beschäftigten. Trotz alledem ist dem gesundheitsförderlichen Home-Office bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. So wurde dank einer Kooperation mit der FH JOANNEUM bereits im Jahr 2020 eine Fokusgruppe mit Expertinnen und Experten zur Vorbereitung einer Befragungsstudie durchgeführt. Österreichische Betriebe wurden nach der ersten COVID-19-Welle um ihre Teilnahme an einer Online-Befragung zu ihren Erfahrungen mit Telearbeit vor, während und nach dem ersten Corona-Lockdown gebeten. Ein zentrales Ergebnis war, dass viele Betriebe die Arbeit von zuhause aus weniger im Sinne eines ganzheitlich gesundheitsförderlichen Zuganges verstehen, bei dem die Umgebungsbedingungen am Telearbeitsplatz fokussiert werden oder persönliche Kompetenzen und Fähigkeiten einbezogen werden. Das Resultat legt nahe, dass ein Kompetenz- und Wissensaufbau bei den Entscheidungsträgerinnen und -trägern in der BGF hinsichtlich Home-Office notwendig ist. Der Leitfaden soll daher zum nachhaltigen Kapazitätsaufbau in Unternehmen beitragen, damit einerseits die nötigen strategischen Entscheidungen getroffen und andererseits geeignete Angebote und Maßnahmen gesetzt werden können mit dem Ziel, die Gesundheit der Beschäftigten in ganzheitlichem Sinne bei der Arbeit zuhause zu fördern. Weiters kann der Leitfaden dabei unterstützen, den innerbetrieblichen Verantwortungsträgerinnen und -trägern sowie Handlungträgerinnen und -trägern (z. B. BGF/BGM-Verantwortliche, HR, Geschäftsführung, Präventivdienste, Betriebsrat) Wissen und Fertigkeiten sowie das nötige Know-how in die Hand zu geben, um selbst zu handeln oder die erforderlichen Entscheidungen im Betrieb herbeizuführen. Auch BGF-Berater:innen können die Informationen und Materialien in der täglichen Arbeit mit Betrieben im Sinne einer qualitativ hochwertigen BGF gut einsetzen. Gesundheitsförderliches Home-Office wird dabei im Sinne einer ganzheitlichen Definition von BGF umfassend verstanden und beinhaltet mehrere Bestimmungsfaktoren und Handlungsebenen. Diese werden im Leitfaden niederschwellig und praxisnahe vermittelt. Themenspezifische Fragen, Beispiele sowie Tipps und Tricks für die Praxis, aber auch nützliche Links unterstreichen diesen Praxisaspekt. Ein einfach und rasch anzuwendendes Instrument zur Selbstreflexion für Betriebe ergänzt das Kompendium. Der Leitfaden soll jedoch nicht nur als konkrete Unterstützung zur Annäherung an das ganzheitliche Leitprinzip einer modernen BGF dienen, sondern auch zu deren kontinuierlichen Qualitätsentwicklung. Gert Lang, Ina Rossmann-Freisling und Klaus Ropin

Item Type: Book
Subjects: FGOE > Fonds Gesundes Oesterreich
Date Deposited: 25 May 2022 12:01
Last Modified: 25 May 2022 12:01
URI: https://jasmin.goeg.at/id/eprint/2238