Bachmayer, Sonja; Strizek, Julian; Uhl, Alfred (2021): Handbuch Alkohol – Österreich Band 1: Statistiken und Berechnungsgrundlagen 2021. 11. Auflage. Gesundheit Österreich, Wien.

[img] Text
2021_HBAÖ_Bd_1.pdf

Download (3MB)

Abstract

Band 1 des Handbuchs Alkohol – Österreich. Statistiken und Berechnungsgrundlagen ist das zentrale Nachschlagewerk in Bezug auf alkoholrelevante Statistiken aus unterschiedlichen Datenquellen in Österreich (z. B. Befragungsdaten, Produktionsstatistiken, Behandlungsdaten, Todesursachenstatistik, Straßenverkehrsstatistiken). Dabei liegt ein besonderer Fokus darauf, nicht nur aktuelle Daten darzustellen, sondern – wo dies möglich ist – durch die Berücksichtigung von Daten aus vergangenen Jahren Trends über teilweise mehrere Jahrzehnte sichtbar zu machen. Ergänzend werden für alle Datenquellen die wesentlichen Hintergründe und Grundlagen der Berechnungen (Begriffe, Definitionen und Umrechnungsformeln) vorgestellt und diskutiert. *** ERGEBNISSE: Der Alkoholkonsum in Österreich ist auf Basis von Produktionsschätzungen seit den 1970er‐Jahren rückläufig. Für das Jahr 2020 wird geschätzt, dass in der Bevölkerung im Alter ab 15 Jahren pro Kopf 11,7 Liter Alkohol pro Jahr bzw. 25,3 Gramm Alkohol pro Tag (20 Gramm entsprechen 0,5 Litern Bier) konsumiert wurden. Die Häufigkeit der Hauptdiagnose „Alkoholabhängigkeit“ bei stationären Spitalsbehandlungen ist bei Männern seit zehn Jahren konstant rückläufig und lag im Jahr 2020 bei 5.703 Aufenthalten (Hauptdiagnosen). Auch bei der Behandlung chronischer Lebererkrankungen unter Männern zeigt sich längerfristig ein rückläufiger Trend. Bei Frauen ist die Hauptdiagnose „Alkoholabhängigkeit“ ebenso seit zehn Jahren rückläufig, nachdem zuvor ein Anstieg zu verzeichnen war. Die Anzahl der stationären Aufenthalte wegen "Alkoholabhängigkeit“ unter Frauen (2019: 2.744 Aufenthalte) liegt in etwa bei der Hälfte der entsprechenden Anzahl unter Männern. Chronische Lebererkrankungen unter Frauen sind in einer längerfristigen Perspektive ebenso rückläufig. Auch bei Todesfällen durch chronische Lebererkrankungen sind seit den 1970er‐Jahren (Männer) bzw. seit den 1990er‐Jahren (Frauen) rückläufige Tendenzen zu beobachten. Im Jahr 2020 wurden 975 Todesfälle durch chronische Lebererkrankungen unter Männern und 395 ebensolche Todesfälle unter Frauen registriert. Allerdings sind nicht alle Todesfälle mit chronischer Lebererkrankung auf Alkoholkonsum zurückzuführen, und außerdem kann Alkoholkonsum auch eine Reihe anderer Todesursachen begünstigen. Basierend auf einer Kombination aus Befragungsdaten und Produktionszahlen, wird geschätzt, dass 15 Prozent der Österreicher:innen (19 % der Männer und 11 % der Frauen) Alkohol in einem Ausmaß konsumieren, das zumindest längerfristig als gesundheitsschädigend betrachtet werden kann. Zeitreihenvergleiche von Schulsurveys zeigen, dass Konsum‐ und Rauscherfahrungen unter Schülerinnen und Schülern seit Beginn der 2000er‐Jahre deutlich abgenommen haben. Alkoholassoziierte Unfälle im Straßenverkehr (mit bzw. ohne Todesfolgen) haben sowohl in absoluten Zahlen als auch in Relation zu allen Straßenverkehrsunfällen in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Im Jahr 2020 kamen 27 Personen bei alkoholassoziierten Straßenverkehrsunfällen ums Leben (Gesamtzahl der im Straßenverkehr Verstorbenen = 344) und wurden 2.575 Personen bei alkoholassoziierten Straßenverkehrsunfällen verletzt (Gesamtzahl der Verletzten bei Straßenverkehrsunfällen = 37.730). Der auffällig starke Rückgang der alkoholassoziierten Unfälle im Jahr 2020 im Straßenverkehr ist zumindest teilweise auf den Lockdown während der COVID‐19‐Pandemie zurückzuführen. *** DISKUSSION: Die Betrachtung unterschiedlicher Indikatoren des Alkoholkonsums und dessen möglicher Gesundheitsfolgen legt nahe, dass sich das Alkoholkonsumverhalten in Österreich in Richtung Mäßigung bewegt und mit Alkohol verbundene negative Auswirkungen tendenziell geringer werden.

Item Type: Monograph (Project Report)
Uncontrolled Keywords: Alkohol, Alkoholkonsum, Befragungsdaten, Behandlungsdaten, Straßenverkehrsunfälle, Todesursachen
Subjects: OEBIG > Kompetenzzentrum Sucht
Date Deposited: 20 Jul 2022 18:41
Last Modified: 04 Aug 2022 19:48
URI: https://jasmin.goeg.at/id/eprint/2281