Neubauer, Sonja (2018): Hebammenberatung im Rahmen des Mutter-Kind-Passes. Gesundheit Österreich GmbH, Wien.

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Abstract

Seit 2013 wird Schwangeren im Rahmen des Österreichischen Mutter-Kind-Pass Programms die optionale Leistung einer kostenlosen Beratung durch Hebammen angeboten. Der Evaluierung dieser Beratungsleistung liegen insbesondere Fragestellungen nach Erfassungsgrad, Inanspruchnahme, Charakteristika der Mütter bzw. Geburten sowie deren Unterstützungsbedarf zugrunde. Darüber hinaus sollten Inanspruchnahme und Verbesserungsbedarf des Online-Tools zur webbasierten Dokumentation der Beratungen analysiert werden. Für die Evaluierung wurden sowohl die Datenbank des Hebammengremiums Österreich als aktuell datenhaltende Stelle der Dokumentation als auch spezifische Auswertungen aus dem Geburtenregister Österreich herangezogen und um statistische Vergleichsdaten, u. a. von Statistik Austria, ergänzt. Österreichweit wurde im Jahr 2016 für rund 22 Prozent aller Geburten eine kostenlose Beratung durch eine Hebamme im Rahmen des Mutter-Kind-Passes abgerechnet, 84 Prozent dieser Beratungen wurden dokumentiert, wobei der Dokumentationsgrad zwischen den Bundesländern schwankt. Frauen, die eine Hebammenberatung in Anspruch nehmen, weisen einen besseren sozioökonomischen Status auf (z. B. höherer Bildungsgrad) und schneiden in Bezug auf schwangerschaftsrelevante Variablen (z. B. Rauchen in der Schwangerschaft) positiver ab. Deutlich mehr Erstgebärende und vermutlich auch Frauen mit speziellen Fragen/Vorgeschichten nehmen die Beratung in Anspruch. Die Auswirklungen der Beratung auf Schwangerschaft und Geburt können auf Basis der vorliegenden Daten nicht abschließend beurteilt werden. Aufgrund der bisherigen Analysen wird empfohlen, künftig gezielt Frauen zur Beratung zu motivieren, die bislang eher unterrepräsentiert sind (z. B. Frauen mit geringer Schulbildung, erwerbslose Frauen, Migrantinnen). Die Datenbasis sollte verbessert und erkannte Schwächen des Online-Tools (auch in Hinblick auf die aktuell äußerst geringe Inanspruchnahme) behoben werden. Ergänzend wäre eine einmalige oder periodische Befragung der beratenen Frauen im Sinne einer Ergebnisevaluierung zu empfehlen.

Item Type: Monograph (Project Report)
Uncontrolled Keywords: Hebammenberatung, Mutter-Kind-Pass, Evaluierung, Schwangere, Geburt
Subjects: BIQG > Qualitätsmessung und Patientenbefragung
Date Deposited: 27 Nov 2018 11:58
Last Modified: 29 Nov 2018 09:14
URI: https://jasmin.goeg.at/id/eprint/445