Anzenberger, Judith; Busch, Martin; Klein, Charlotte; Puhm, Alexandra; Schmutterer, Irene; Schwarz, Tanja; Strizek, Julian (2025): Epidemiologiebericht Sucht 2025. Illegale Drogen, Alkohol, Nikotin und Glücksspiel. Gesundheit Österreich, Wien.
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Abstract
Hintergrund, Fragestellung und Methoden
Der Bericht betrachtet Sucht in den Bereichen illegale Drogen, Alkohol, Nikotin und Glücksspiel in Österreich und bündelt dafür zahlreiche Datenquellen. Ziel ist es, u. a. folgende Fragen zu beantworten: Wie viele und welche Menschen sind von Sucht betroffen? Welches Konsumverhalten herrscht vor?
Ergebnisse
Der risikoreiche Konsum illegaler Drogen liegt vor allem bei Opioiden (meist in Kombination mit anderen legalen oder illegalen Suchtmitteln). Kokain hat an Bedeutung gewonnen, was sich im Behandlungsbereich zeigt. Basierend auf einer Zusammenschau aller vorliegenden Daten ist die Situation im Bereich illegale Drogen relativ stabil. Abweichend ist die Entwicklung der drogenbezogenen Todesfälle: Hier stieg der Anteil der unter 25-Jährigen bis zum Jahr 2021 auf etwa 25 Prozent und ging seither nicht zurück. Für diese Entwicklung gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass sich eine Gruppe sehr junger Konsumentinnen und Konsumenten (mit hochriskantem Mischkonsum) gebildet hat, die vom bestehenden Suchthilfesystem nicht erreicht wird. Alkohol ist jene psychoaktive Substanz, mit der in Österreich die meisten Menschen Erfahrungen machen. Etwa jede siebte Person in Österreich trinkt in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß. Problematischer Alkoholkonsum, alkoholassoziierte Erkrankungen und Todesfälle sind über einen längeren Zeitraum betrachtet jedoch rückläufig. Auch bei den Jugendlichen zeigt sich ein Rückgang des Alkoholkonsums.
Rauchen ist die am weitesten verbreitete Sucht in Österreich. Der Konsum neuer Nikotinprodukte (z. B. von elektronischen Inhalationsprodukten wie E‐Zigaretten und Tabakerhitzern oder Nikotinbeuteln) nimmt zu. Bei Jugendlichen ist der Anteil der Rauchenden langfristig zurückgegangen, der Konsum von Nikotin steigt jedoch aufgrund der neuen Nikotinprodukte.
Glücksspiel und Sportwetten sind in Österreich weit verbreitet: Etwa die Hälfte der Bevölkerung ab 15 Jahren geht mindestens einmal jährlich, 40 Prozent gehen einmal monatlich dem Glücksspiel (inklusive Lotteriespiele wie Lotto und Toto) nach. Rund 4 Prozent der Bevölkerung erfüllen die Kriterien für zumindest eine milde Form pathologischen Glücksspielverhaltens.
Schlussfolgerungen und Diskussion
Es gibt Hinweise auf eine Gruppe Jugendlicher mit riskanten Konsummustern (illegale Drogen), die keinen Anschluss an das Suchthilfesystem findet. Langfristig nehmen der problematische Alkoholkonsum leicht und Tabakrauchen stark ab, allerdings erhöht sich der Konsum neuer Nikotinprodukte. Glücksspiel stellt für rund 4 Prozent der Bevölkerung ein Problem dar. Insgesamt zeigt sich eine relativ stabile Lage der Suchtproblematik in Österreich.
| Item Type: | Monograph (Project Report) |
|---|---|
| Subjects: | Kompetenzzentrum Sucht |
| Date Deposited: | 27 Apr 2026 08:01 |
| Last Modified: | 27 Apr 2026 08:01 |
| URI: | https://jasmin.goeg.at/id/eprint/5509 |