Lackner, Stephanie; Grundei, Verena; Fidon, Isabella Katharina; Zuba, Martin (2026): Abschlussbericht Arbeitspaket 8 – Sozioökonomische Nutzung des abwasserepidemiologischen Ansatzes. Gesundheit Österreich, Wien.
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Abstract
Hintergrund
Das Arbeitspaket (AP) 8 des KIRAS-Projekts „Abwassermonitoring als Instrument der Krisenprävention sowie des Krisen- und Pandemiemanagements“ untersucht die sozioökonomische Nutzung des abwasserepidemiologischen Ansatzes. Die Abwasserepidemiologie ermöglicht eine bevölkerungsweite, kosteneffiziente Überwachung von Infektionskrankheiten, zugleich wirft sie gesellschaftliche, ethische und rechtliche Fragen auf. Das Ziel des AP war, die Potenziale der Abwasserepidemiologie für Public-Health-Management aufzuzeigen sowie rechtliche Rahmenbedingungen und ökonomische Aspekte des Abwassermonitorings darzustellen.
Methoden
Der methodische Ansatz umfasst: (1) einen interdisziplinären Workshop mit internationalen Expertinnen und Experten zur Datennutzung von Abwassermonitoringdaten, (2) eine Rechtsanalyse nationaler und EU-rechtlicher Grundlagen sowie in Bezug auf Datenschutzaspekte, (3) eine Konzeptstudie zur Verknüpfung von Abwasserdaten (Influenza A/B, RSV, SARS-CoV-2) mit Krankenhausdaten (ungeplante Aufnahmen) und eine (4) ökonomische Bewertung, basierend auf Literatur und Daten des österreichischen SARS-CoV-2-Abwassermonitorings.
Ergebnisse
Die rechtliche Analyse zeigt, dass Abwassermonitoringdaten auf Ebene kommunaler Kläranlagen aufgrund ihres hohen Aggregationsniveaus keine datenschutzrechtlichen Bedenken aufweisen. Der interdisziplinäre Workshop verdeutlichte den Bedarf an klaren Standards, Governance-Strukturen, Datasharing-Regeln und nachhaltiger Finanzierung von Abwassermonitoringprogrammen. Die Konzeptstudie belegt das Potenzial der Verknüpfung von Abwasserdaten mit Daten des Gesundheitssystems, während die ökonomische Analyse bestätigt, dass Abwassermonitoring eine kosteneffektive und komplementäre Methode der bevölkerungsweiten Surveillance im Vergleich zur Human Surveillance darstellt.
Diskussion
Abwasserepidemiologie ist ein robustes Frühwarninstrument mit hohem Potenzial für Public Health und interdisziplinäre Forschung. Herausforderungen bestehen hier in rechtlicher Verankerung, Standardisierung, Finanzierung. Datenschutz ist nur bei kleinräumigem Monitoring ein zu berücksichtigender Faktor. Weitere Forschung wird empfohlen, um die strategische Ausgestaltung von Abwassermonitoringprogrammen zu optimieren, einschließlich der Anzahl der einbezogenen Kläranlagen, der Poolingstrategien sowie der Auswahl und Anzahl der überwachten Zielpathogene.
| Item Type: | Monograph (Project Report) |
|---|---|
| Uncontrolled Keywords: | Abwasserepidemiologie, Public-Health-Surveillance, interdisziplinäre Datennutzung |
| Subjects: | Gesundheitsoekonomie und –systemanalyse |
| Date Deposited: | 16 Apr 2026 15:15 |
| Last Modified: | 16 Apr 2026 15:15 |
| URI: | https://jasmin.goeg.at/id/eprint/5522 |