Preschern-Hauptmann, Maria; Dinhof, Katharina (2025): Psychotherapie, Klinische Psychologie, Musiktherapie – Versorgungslage im stationären Bereich. Wissenschaftlicher Ergebnisbericht. Gesundheit Österreich, Wien.

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Psychotherapie, klinische Psy Musiktherapie_Versorgungslage_bf.pdf

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Abstract

Hintergrund
Bislang fehlen aktuelle Daten zur Versorgungslage im stationären Bereich für Psychotherapie, Klinische Psychologie und Musiktherapie – obwohl diese für eine evidenzbasierte Planung und Weiterentwicklung der Versorgung unerlässlich wären. Während die ambulante Versorgung und deren Finanzierung bereits mehrfach untersucht wurden, ist der stationäre Bereich kaum beleuchtet. Ziel des vorliegenden Berichts ist es, die Versorgungssituation im stationären Setting in den Bereichen Psychotherapie, Klinische Psychologie und Musiktherapie darzustellen und Empfehlungen für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung abzuleiten.

Methodik
Die Methodik umfasste zwei zentrale Untersuchungsbereiche: erstens die Erhebung des Versorgungsangebots im stationären Bereich für die Berufsgruppen Psychotherapie, Klinische Psychologie und Musiktherapie, und zweitens die Analyse des Tätigkeitsprofils von Psychotherapeutinnen und -therapeuten im stationären Setting.
Zur Erfassung des Versorgungsangebots wurden u. a. Daten des Österreichischen Gesundheitsinformationssystems (ÖGIS) gesichtet sowie die Daten des Rehabilitationskompasses ausgewertet. Ergänzend wurde eine Onlineerhebung in Krankenanstalten (Rücklaufquote: 61 Prozent aller Akutkrankenanstalten) durchgeführt, um fehlende Personalbestandsdaten zu erheben.
Für die Untersuchung des Tätigkeitsprofils kam ein qualitativ-quantitativer Zugang zum Einsatz: Zwei Fokusgruppen sowie eine Onlinebefragung mit stationär tätigen Psychotherapeutinnen und -therapeuten wurden zu Anstellungsverhältnissen, Aufgabenprofilen, institutioneller Einbindung und Patientengruppen durchgeführt.

Ergebnisse
Die Auswertung zeigt für den stationären Bereich folgende Personalbestände für das Jahr 2024: Psychotherapie – 448 Personen (146,8 VZÄ), Klinische Psychologie – 1.773 Personen (1.202 VZÄ) und Musiktherapie – 146 Personen (77 VZÄ). Im Vergleich zu einer Vorstudie aus dem Jahr 2012 ist bei der Klinischen Psychologie ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen – von 720 Personen und 520 VZÄ im Jahr 2011 auf 1.773 Personen und 1.202 VZÄ im Jahr 2024.
Die Ergebnisse der Fokusgruppen und der Onlinebefragung zeigen, dass Psychotherapeutinnen und -therapeuten im stationären Bereich meist teilzeitbeschäftigt sind, häufig in Rehabilitationszentren und psychiatrischen Abteilungen arbeiten und oft Doppelqualifikationen mit Klinischer Psychologie haben. Ihre Tätigkeit umfasst vor allem Einzel- und Gruppentherapie sowie Dokumentation und Krisenintervention, jedoch mit eingeschränkter Entscheidungskompetenz und seltenen Leitungsfunktionen. Strukturelle Defizite wie Personalmangel, fehlende Vertretungen und unzureichende Räumlichkeiten erschweren die Versorgung, insbesondere für Kinder, Jugendliche und geriatrische Patientinnen und Patienten. Die Wirksamkeit stationärer Psychotherapie wird hervorgehoben, empfohlen werden Kurzzeittherapien, flexible Aufenthaltsmodelle, Nachsorgeangebote und stärkere Angehörigeneinbindung.

Item Type: Monograph (Project Report)
Subjects: Psychosoziale Gesundheit
Date Deposited: 03 Jun 2026 14:36
Last Modified: 03 Jun 2026 14:36
URI: https://jasmin.goeg.at/id/eprint/5590