Organisationale Gesundheitskompetenz erfolgreich umsetzen: Strategien für das Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung

Rathmann, Katharina; Lászkó, Emese; Münch, Inga; Fischbock, Nadine; Häberle, Nicola; Soffried, Jürgen; Schmotzer, Christoph; Beese, Anna-Sophia; Dierks, Marie-Luise; Bitzer, Eva Maria (2026): Organisationale Gesundheitskompetenz erfolgreich umsetzen: Strategien für das Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung. Prävention und Gesundheitsförderung. pp. https://doi.org/10.1007/s11553-026-01353-5

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Abstract

Hintergrund
Bei der organisationalen Gesundheitskompetenz (OGK) spielen neben den individuellen Fähigkeiten der Akteure des Gesundheitswesens (u. a. Gesundheitsfachpersonen, Patientinnen und Patienten, Angehörige) auch Strukturen und Rahmenbedingungen von Gesundheitsorganisationen eine entscheidende Rolle. Ziel des Beitrags ist es, 1. die Implementierungsmöglichkeiten des OGK-Konzepts in der Praxis aus Sicht von Beauftragten für Qualitätsmanagement (QMB) herauszuarbeiten und 2. die Kenntnis und Bedarfe von QMB sowie Gesundheitsfachpersonen im Bereich der patientenzentrierten Gesprächsführung und Kommunikationstechniken zu erfassen.

Methodik
Die Datenerhebung erfolgte in zwei Webinaren, die am 05.02.2024 mit 60 QMB und am 11.03.2024 mit 40 QMB überwiegend aus der stationären Versorgung stattfanden. Mithilfe einer digitalen Umfragesoftware wurden insgesamt 15 Fragen (9 Fragen am 05.02.2024 und 6 Fragen am 11.03.2024) gestellt (z. B. „Welche Standards der OGK würden Sie prioritär in Ihren Organisationen umsetzen?“, „Welchen Bedarf haben Sie im Bereich ‚Gesundheitskompetenter Kommunikation‘?“). Die quantitativen Daten wurden deskriptiv ausgewertet und visualisiert. Die qualitativen Daten wurden kodiert und kategorisiert.

Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass die nachhaltige Umsetzung und Implementierung der OGK eine Sensibilisierung der Akteure und Maßnahmen auf Makro‑, Meso- und Mikroebene, eine unterstützende Politik und rechtliche Verankerung erfordert. OGK-Standards können bspw. in Patienten- und Mitarbeiterbefragungen, im Aufnahme- und Entlassmanagement, in Schulungen für Mitarbeitende oder in internen Audits integriert werden. Ein großer Bedarf besteht an Schulungen und Trainings von Gesundheitsfachpersonen zur „patientenzentrierten Kommunikation“. Einige Techniken sind den Befragten bereits bekannt: „gemeinsame Entscheidungsfindung“ (84,0 %, n = 21), „Teach Back“ („zurück erklären“; 56,0 %, n = 14). Weniger bekannt waren „Chunk & Check“ („häppchenweise kommunizieren“; 36,0 %, n = 9) und „Ask Me 3“ („drei Fragen für meine Gesundheit“; 24,0 %, n = 6).

Diskussion
Die Integration der OGK in das QM und in die Gesundheitsversorgung erfordert (rechtlich) verbindliche Rahmenbedingungen, Schulungen für Gesundheitsfachpersonen u. a. in der gesundheitskompetenten Kommunikation und Instrumente zur Selbstbewertung.

Schlussfolgerung
Eine systematische Planung und regelmäßige Evaluation sind notwendig, um die Implementierung des Konzepts und Maßnahmen zur Förderung der (O)GK zu gewährleisten. Schnittmengen zwischen OGK und QM zeigen sich u. a. in der strategischen Verankerung des Konzepts im Leitbild, in der Integration des OGK-Konzepts in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess sowie in Befragungen und Schulungen von Mitarbeitenden sowie Patientinnen und Patienten.

Item Type: Article
Subjects: Kompetenzzentrum Gesundheitsfoerderung und Gesundheitssystem
Date Deposited: 24 Aug 2026 11:42
Last Modified: 24 Aug 2026 11:42
URI: https://jasmin.goeg.at/id/eprint/5700