Degelsegger, Alexander; Laschkolnig, Anja; Tanriverdi, Ekin; Wegleitner-Kainz, Christina (2026): Digitalisierung im österreichischen Gesundheitswesen. Fokus: Telemedizin. Gesundheit Österreich, Wien.
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Abstract
Hintergrund
Digitalisierung allgemein und Telemedizin im Speziellen können wichtige Werkzeuge zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung darstellen. Ziel des Berichts ist es, angesichts der dynamischen Entwicklungen im Bereich Telemedizin einen aktuellen systemweiten Überblick über telemedizinische Anwendungen im Pilot- und Regelbetrieb in Österreich bereitzustellen. Dieser Überblick soll einem Policy-interessierten Fachpublikum Grundlagen für weitere Diskussionen zur Anwendung und Skalierung von Telemedizin bieten.
Methode
Telemedizinische Anwendungen wurden anhand einer systematischen Internetrecherche und Dokumentenanalyse erhoben und im Netzwerk aus Expertinnen und Experten der Zielsteuerung-Gesundheit validiert. Evidenz zu Effektivität und Effizienz von Telemedizin wurde überblicksartig eingeführt. Eine systematische Evidenzrecherche ist jedoch nicht im Scope des Berichts. Die Erhebungsmethode und Klassifikation orientiert sich an vorangegangenen Telemedizin-Erhebungsarbeiten der GÖG, erweitert diese jedoch im Hinblick auf konzeptuelle Überlegungen. Zentral ist dabei ein neues kommunikationsorientiertes Modell der Typen von Telemedizin, das zwischen Telekonsultation, Telekonferenz, Telemonitoring und Telekonsil unterscheidet.
Ergebnisse
Es wurden 76 telemedizinische Anwendungen identifiziert, klassifiziert und mit einer Reihe von Metadaten beschrieben. Von diesen Anwendungen befinden sich 48 im Regelbetrieb, 18 von den 48 sind vom Typ Telemonitoring, 15 vom Typ Telekonsultation, 10 vom Typ Telekonsil und 5 vom Typ Telekonferenz. Wesentliche fachliche Anwendungsbereiche der Telemedizin sind die Kardiologie gefolgt von der Allgemeinmedizin und der Dermatologie.
Diskussion
Die Ergebnisse zeigen das weiterhin große Interesse an der Erprobung und Anwendung telemedizinischer Anwendungen in Österreich. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass hoch skalierte, fächer- und regionenübergreifend bereitgestellte Telemedizin nach wie vor fehlt. Telekonsile gehören in einigen Fachbereichen bereits zum Alltag, tragen zur Versorgungsqualität bei und unterstützen bei Ressourcenknappheit. Telemonitoring wird in einigen Regionen bereits in der Regelversorgung zur Verfügung gestellt, jedoch ausschließlich für spezifische Krankheitsbereiche. Generische Anwendungen videobasierter Telekonsultation stehen nur in einzelnen regionalen Settings zur Verfügung. Die Diskussion darüber, in welchen Settings telemedizinische Anwendungen bundesweit einheitlich zur Verfügung bereitgestellt werden sollen, ist noch nicht abschlossen. Im internationalen Vergleich zeigen sich mögliche Weiterentwicklungslinien: z. B. hinsichtlich assistierter Telemedizin, einheitlich verfügbarer digitaler Gesundheitsanwendungen oder einfacher Möglichkeiten zur Identifikation und Authentifikation in mobilen Settings.
| Item Type: | Monograph (Project Report) |
|---|---|
| Subjects: | Digitalisierung und Dateninfrastrukturen |
| Date Deposited: | 17 Mar 2026 07:41 |
| Last Modified: | 17 Mar 2026 14:15 |
| URI: | https://jasmin.goeg.at/id/eprint/5472 |