Sackl, Anita; Spagl, Sophia (2026): Mobile Pflege- und Betreuungsdienste: Klimarisiken und Handlungsfelder. Gesundheit Österreich, Wien.
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Abstract
Hintergrund
Die mobilen Pflege- und Betreuungsdienste stehen vor den Herausforderungen des demografischen Wandels und zunehmender Klimarisiken, die frühzeitig antizipiert werden müssen. Notfälle, Krisen und Katastrophen (Extremwetterereignisse oder auch die COVID-19-Pandemie) der letzten Jahre haben die komplexen Anforderungen an die österreichische mobile Langzeitpflege deutlich vor Augen geführt. Mitarbeiter:innen der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste sind mit der Versorgung vulnerabler Bevölkerungsgruppen betraut und bilden oft die ersten Ansprechpersonen für sie und ihre Angehörigen.
Methoden
Die Beantwortung der Fragestellungen beruht auf einem qualitativen Methodenmix: Eine explorative Literaturrecherche bot eine Übersicht über bereits bestehende Erkenntnisse in der Bewältigung von Notfällen, Krisen und Katastrophen sowie in der Wiederherstellung des Status quo ante und über bereits festgehaltene Rahmenbedingungen in der Vorsorge. Zudem wurden drei Interviews und ein Workshop mit neun Vertreterinnen und Vertretern der Pflege von (Träger-)Organisationen mobiler Pflege- und Betreuungsdienste in Österreich durchgeführt.
Ergebnisse
Klimarisiken zeichnen sich durch eine komplexe Struktur im Zusammenspiel von Gefahren, Exposition und Vulnerabilität aus. Der Bericht visualisiert erste Erkenntnisse in puncto Klimarisiken (Hitze und Starkregen mit Überschwemmungen) der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste und formuliert Handlungsfelder und Rahmenbedingungen für das Notfall-, Krisen- und Katastrophenmanagement. Der Zugang zu betroffenen Klientinnen und Klienten sowie das private Betroffensein und Fürsorgepflichten der Mitarbeiter:innen beeinflussen die Versorgung, bzw. kann der bereits bestehende Personalmangel in den mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten durch die Morbidität infolge eventueller (saisonaler) Infektionserkrankungen der Mitarbeiter:innen verschärft werden.
Schlussfolgerungen
Die definierten Handlungsfelder und Rahmenbedingungen lassen sich auf anderweitige Gefahren übertragen und zeigen, dass es zur Sicherstellung der Pflege- und Betreuungsleistung diverser Maßnahmen und Konzepte bedarf. Psychosoziale Unterstützung, Information, Beratung und Schulung stellen bedeutende Elemente der Eigenvorsorge von Haushalten dar. Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalysen sind künftig zu etablieren, um die mobilen Pflege- und Betreuungsdienste bei der Vorbereitung auf Notfälle, Krisen und Katastrophen zu unterstützen. Die Relevanz der Förderung der Resilienz von Systemen, Prozessen und Menschen ist evident.
| Item Type: | Monograph (Project Report) |
|---|---|
| Uncontrolled Keywords: | mobile Pflege- und Betreuungsdienste, Klimarisiko, Notfall-, Krisen- und Katastrophenmanagement |
| Subjects: | KoKuG – Abteilung Klimaresilienz und One Health |
| Date Deposited: | 19 Mar 2026 11:50 |
| Last Modified: | 19 Mar 2026 11:50 |
| URI: | https://jasmin.goeg.at/id/eprint/5477 |