Riess, Gabriele; Kern, Daniela; Sitz, Yvonne; Grabenhofer-Eggerth, Alexander (2026): Kernkompetenzen Psychotherapie und Klinische Psychologie. Kernkompetenzen und Angebotsformen, basierend auf gesetzlichen Bestimmungen und einer Diskursanalyse. Gesundheit Österreich, Wien.
Kernkompetenzen Psychotherapie und Klinische Psychologie_bf.pdf
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Abstract
Hintergrund und Aufgabenstellung
Das neue Psychotherapiegesetz 2024 (PThG 2024) beschreibt im Rahmen der Akademisierung der Psychotherapieausbildung die beruflichen Kernkompetenzen sowie Ausbildungsumfang und -inhalte neu. Dies, die Aufnahme der klinisch-psychologischen Behandlung in §135 ASVG und die anhaltenden Versorgungsengpässe bei psychisch Kranken in Österreich lassen die Ausarbeitung einer differenzierten Kernkompetenzverteilung zwischen Klinischer Psychologie und Psychotherapie sinnvoll erscheinen: Auf Basis von Ausbildungsstrukturen und Berufsbeschreibungen sollen einander die Kernkompetenzen Klinischer Psychologie und jene von Psychotherapie gegenübergestellt werden.
Methode
Auf Basis der neuen gesetzlichen Bestimmungen werden Inhalt und Umfang der Ausbildungen, die Berufsumschreibungen sowie die jeweiligen Kernkompetenzen der beiden Berufsgruppen dargelegt. Darauf folgt die Darstellung der auf europäischer Ebene formulierten Reglementierungen. Auf Basis dieser Bestandsaufnahme und unter Hinzuziehung von Fachbüchern werden die typischen Angebotsformen im Kontext ihrer Wirkzusammenhänge abgeleitet. Die Analyse wissenschaftstheoretischer und wissenschaftshistorischer Aspekte dient der Diskurseinbettung sowie der Kontextualisierung.
Ergebnisse
Die Ergebnisse dieser Analyse der Unterschiede beziehen sich auf vier Punkte: Erstens liegen die gemäß den Berufsgesetzen in Österreich sowie auf europäischer Ebene bestehenden Unterschiede zwischen der Ausbildung in Klinischer Psychologie und jener in Psychotherapie in der Kernkompetenz und im Ausbildungsumfang sowie in den Ausbildungsinhalten begründet. Zweitens gibt es in Österreich (im Unterschied zu anderen Ländern) eine spezifische Regulierung der Zugangsvoraussetzung für beide Gesundheitsberufe. Drittens gibt es einen Unterschied bezüglich der Rolle eines kohärenten Theorie-Praxis-Modells bzw. einer Rahmentheorie für die angewandten (Einzel-)Methoden, und viertens besteht ein Unterschied in Hinblick auf ein zentrales Kernelement: das (theoretisch wie praxeologisch definierte) intersubjektive Behandlungsmodell.
Eine entsprechende prävalenzorientierte Versorgungsplanung für psychisch erkrankte Personen durch Psychotherapie, Klinische Psychologie und alle Nachbardisziplinen innerhalb der öffentlich finanzierten Gesundheitsversorgung sollte ins Auge gefasst werden. Naheliegend wäre dafür die Verankerung im Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG).
| Item Type: | Monograph (Project Report) |
|---|---|
| Uncontrolled Keywords: | Psychotherapie, Klinische Psychologie, Psychotherapieversorgung, Paradigmen, Ausbildungsunterschiede |
| Subjects: | Psychosoziale Gesundheit |
| Date Deposited: | 20 Mar 2026 12:26 |
| Last Modified: | 20 Mar 2026 12:26 |
| URI: | https://jasmin.goeg.at/id/eprint/5483 |