Antony, Daniela; Pfabigan, Johanna; Wahl, Anna (2026): Train- the-Trainer: Geschlechtersensibles Gesundheitssystem. Evaluierungsbericht. Gesundheit Österreich, Wien
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Abstract
Hintergrund und Zielsetzung
Der Train‑the‑Trainer‑Lehrgang „Geschlechtersensibles Gesundheitssystem“ wurde 2025 erstmals durchgeführt, um Fach‑, Methoden‑, Haltungs‑ und Handlungskompetenzen zu geschlechtersensibler Lehre im Gesundheitsbereich zu stärken.
Der Lehrgang soll langfristig als fixer Bestandteil im Gesundheitssystem verankert werden. Die Evaluierung verfolgt das Ziel, Qualität und Weiterentwicklungspotenziale des Lehrgangs zu identifizieren.
Methodik
Die Evaluierung folgt dem Vier-Ebenen-Modell nach Kirkpatrick (Smidt et al. 2009; Witt 2017) (Reaktionen, Lernen, Verhalten, Ergebnisse) und nutzt ein Mixed-Methods-Design:
• quantitative Erhebungen zur Selbsteinschätzung der Kompetenzentwicklung der Teilnehmenden vor und nach dem Lehrgang (t0 und t1) sowie zum Theorie-Praxis-Transfer nach 4 Monaten (t4).
• qualitative Daten aus Fokusgruppen der Referierenden und aus offenen Feedbackrunden mit den Teilnehmenden
• quantitativer Feedbackbogen für Teilnehmende zu organisatorischen Aspekten, Lernklima, Modulen und Didaktik
Evaluierungsergebnisse
Die Evaluierung entlang des Kirkpatrick‑Modells (Smidt et al. 2009; Witt 2017) zeigt insgesamt sehr positive Ergebnisse mit differenzierten Entwicklungspotenzialen. Auf Ebene 1 (Reaktionen) wurden die Organisation, Fachkompetenz, Verständlichkeit der Inhalte sowie Lehr- und Lernatmosphäre durchgehend sehr gut bewertet. Gleichzeitig weisen qualitative Rückmeldungen auf Optimierungsbedarf hinsichtlich stärkerer didaktischer Kohärenz (Constructive Alignment), Reduktion inhaltlicher Redundanzen sowie mehr Raum für Austausch, Praxisbezug und Reflexion hin. Auf Ebene 2 (Lernen) zeigen sich deutliche Kompetenzzuwächse, insbesondere in der Fach- und Methodenkompetenz (Abbau von Unsicherheiten, erweitertes methodisches Repertoire), begleitet von einer schrittweisen Festigung professioneller Haltungen im Themenfeld Geschlecht und Diversität. Auf Ebene 3 (Verhalten) zeigen sich positive Veränderungen vor allem hinsichtlich sprachlicher Sensibilisierung, diversitätssensibler Überarbeitung von Lehrformaten und Materialien sowie geschärfter professioneller Wahrnehmung. Der Theorie-Praxis-Transfer wird jedoch durch strukturelle Rahmenbedingungen (Zeit, institutionelle Offenheit) begrenzt. Auf Ebene 4 (Ergebnisse) sind erste punktuelle organisationale Effekte erkennbar (z. B. curriculare Anpassungen, veränderte Kommunikationspraktiken, Kooperationen), die jedoch stark kontextabhängig bleiben. Der Lehrgang wirkt primär als Impulsgeber, während nachhaltige strukturelle Veränderungen zusätzliche institutionelle Voraussetzungen erfordern.
| Item Type: | Monograph (Project Report) |
|---|---|
| Subjects: | Gesundheit, Gesellschaft und Chancengerechtigkeit |
| Date Deposited: | 31 Aug 2026 08:56 |
| Last Modified: | 31 Aug 2026 08:56 |
| URI: | https://jasmin.goeg.at/id/eprint/5716 |